Arterns Handballtrainerin Heike Schuster und Bleicherodes Abteilungsleiterin Sabrina Fischer sprechen über die zwangstrainingsfreie Zeit

„Die Jungs sind überaus erfinderisch“

Heike Schuster, Trainerin der Männermannschaft des HV Artern, blickt sorgenvoll in die Zukunft.   <b>Foto: Henning Most</b>

Heike Schuster, Trainerin der Männermannschaft des HV Artern, blickt sorgenvoll in die Zukunft.   Foto: Henning Most

Sebastian Fernschild

Artern Keiner weiß so richtig, wie es weitergehen soll. Unsicherheit so auch bei den Handballerinnen und Handballern vom HV Artern und der SG Bleicherode/Sondershausen. „Grundsätzlich finde ich die bisher getroffenen Maßnahmen sinnvoll, um eine Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und gegebenenfalls einzudämmen. Ob diese Maßnahmen wirksam sind und ausreichen, kann nur die Zukunft zeigen. Für jeden Einzelnen, jeden Sportler und Sportlerin, für jedes Unternehmen und für jeden Sportverein wird es eine Herausforderung werden mit den bisher getroffenen Verordnungen und Verfügungen verantwortungsbewusst umzugehen. Die bisherigen Einschränkungen im persönlichen Bereich treffen jeden in unterschiedlicher Stärke. Jeder Einzelne, und dazu zähle ich auch unsere Vereinsmitglieder, sind nun in der Pflicht dafür zu sorgen, dass die erlassenen Beschlüsse und Empfehlungen umgesetzt und eingehalten werden”, sagt Arterns Trainerin Heike Schuster zur aktuellen Situation. 

Was das Sportliche angeht, hat Schuster keine Trainingspläne herausgegeben, da die persönlichen Lebensumstände bei jedem anders sind. „Und ich habe bereits die Erfahrung gemacht habe, das meine Mannschaft überaus erfinderisch, einfallsreich und kreativ mit besonderen Situationen umgehen kann und so auch selbst eine Lösung findet“, schmunzelt Schuster ein wenig. Für die Hallenserin ist Eigeninitiative und Eigenmotivation gefragt, denn jeder kennt seine Defizite am besten. Ein viel größeres Problem sieht Schuster darin, dass ein gebundenes Trainieren momentan nicht möglich ist, was für Spielzüge und Abstimmungen Grundvoraussetzung ist. Damit haben aber alle Vereine zu kämpfen.

So auch in Bleicherode bei der Handballabteilung von Glückauf. „Nachdem letzte Woche die Nachricht vom THV kam, dass der Spielbetrieb für die Jugend vorbei ist und im Bereich der Erwachsenen ausgesetzt wurde, hatten wir bereits intern besprochen, den Trainingsbetrieb auszusetzen“, musste auch Sabrina Fischer, Abteilungsleiterin Handball in Bleicherode, in den sauren Apfel beißen. Letztendlich hat sie auch das traditionelle Karfreitagsturnier der Männer absagen müssen. Das hat es noch nie gegeben, dass Handballer Karfreitag nicht in der Turnhalle sein werden. Auch hier gibt es für die Mannschaften keine Trainingspläne.

„Wir können davon ausgehen, dass die Saison beendet ist. Sobald es in die Vorbereitung der neuen Saison geht, müssen wir dort neu angreifen und uns sportlich gut aufstellen“, schaut Fischer in die Glaskugel. Dennoch gibt es Bemühungen seitens einiger Trainer, über Handyapps die Kinder fit zu halten und sie zum Sport zu Hause zu motivieren. „Grundsätzlich ist die gesamte Situation im Ausnahmezustand und alles eine große Blase. Die Gesundheitsämter sind aktuell überfordert und brauchen Zeit, um sich besser aufzustellen und zu wappnen. Zudem übernimmt der Staat Verantwortung, sieht Gefahr und greift zu drastischen Maßnahmen. Viele unserer Mitmenschen sind leider etwas zu fahrlässig und übernehmen keine oder kaum Verantwortung. Deshalb finde ich es gut, dass übergeordnet versucht wird, dies zu regeln. Auch wenn sicher nicht alles durchdacht ist“, schätzt Fischer die Situation ein und appelliert an die Vernunft.  Thüringer Allgemeine: © Thüringer Allgemeine 2020 – Alle Rechte vorbehalten.

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