Der Reiz am Handball war größer“

Interview der Woche Torhüter Marcel Grolle, der seine Laufbahn verletzungsbedingt beenden muss

Das Handballtor muss Marcel Grolle wegen seiner zahlreichen Verletzungen künftig verlassen.                                               <b>Michál Bohne</b>

Das Handballtor muss Marcel Grolle wegen seiner zahlreichen Verletzungen künftig verlassen.  Michál Bohne

Sebastian Fernschild

Artern Marcel Grolle, in Fußball- und Handballkreisen in der Umgebung auch bekannt als „Cuppy“, hängt seine Schuhe an den berühmten Nagel. Trotz seiner 1,70 Meter machte er nicht nur im Handballtor eine gute Figur, konnte sich auch im großen Fußballtor stets beweisen. Wir sprachen mit dem sympathischen und im positiven verrückten Torwart über seine Laufbahn und das plötzlich Ende.

Angefangen haben Sie mit dem Fußball. Wann und wo haben Sie die Liebe zum Ball entdeckt?

Ich glaube mit neun Jahren habe ich die Liebe zum Ball entwickelt, beim VfB Artern. Angefangen habe ich als Libero und bin dann in der D-Jugend ins Tor gewechselt, wo ich dann meine Position für meinen weiteren Weg gefunden hatte.

Später sind Sie in das kleinere Tor zum Handball gewechselt. Wie kam es dazu?

Ein Kumpel hat mich mal gefragt, ob ich nicht mal zum Handballtraining kommen möchte, man suchte noch einen weiteren Torhüter. Auch eine Frau, die ebenfalls schon Handball spielte, hatte ihren Anteil gehabt, dass ich dann den Schritt zum Handball machte. Angefangen bei der damaligen zweiten Männermannschaft fand ich später auch den Weg zur festen Größe bei der Ersten.

Dennoch haben Sie mit dem Fußball nicht aufgehört. Wie haben beide Sportarten unter einem Hut gepasst und wie hat das der Körper verkraftet?

Das ist richtig, es war nicht einfach. In der Zeit habe ich noch im Behindertenwohnheim in Artern gearbeitet. Glück war, dass ich gute Kollegen hatte, die mir meine Wochenenden ermöglicht haben. Am Ende haben auch die unterschiedlichen Anstoßzeiten gut gepasst. So konnte ich teilweise 14 Uhr Fußball spielen und anschließend gleich weiter zum Handball um 17.45 Uhr. Die Auswärtsspiele haben sich dann meist schwieriger gestaltet. Aber wir haben meist eine gute Lösung für beide Vereine gefunden.

Beim Fußball haben Sie ja einige Wechsel durch. Wo waren Sie überall und was war der größte Erfolg?

Angefangen habe ich ja wie erwähnt beim VfB Artern, wo ich die ganze Jugend bis in die Männermannschaft durchlaufen habe. Dann bin ich zum Kalbsriether SV gewechselt, bei dem ich zwei Jahre gespielt habe. Anschließend bin ich nochmal eine Liga höher nach Bad Frankenhausen gegangen. Hier konnte ich aber nicht lange spielen, da mich eine Verletzung ausgebremst hatte. In allen Vereinen war es schön. Ich habe in jedem Verein viel gelernt und viele Freunde gefunden. Mein größter Erfolg war, das ich überall in der ersten Männermannschaft spielen durfte.

Einige Verletzungen stoppten sie immer wieder. Welche?

Angefangen hat es mit einem Innenbandriss im linken Knie. Anschließend zog ich mir einen Kreuzbandriss im linken Knie beim Fußball gegen Eintracht Sondershausen zu und zudem noch eine Sprunggelenksverletzung. Beides passierte in Bad Frankenhausen. Im letzten Jahr erwischtet es mich dann richtig. Beim Handball war es wieder das linke Knie. Diesmal gesellte sich zum zweiten Kreuzbandriss ein Knorpelschaden und ein Meniskusriss hinzu. Das reicht würde ich mal sagen.

Welche Motivation trieb Sie an, immer weiter zu machen?

Die Motivation kam eigentlich von selbst. Die Lust am Sport und anfangs war ich ja noch recht jung.

Vor etwa zwei Jahren haben Sie sich vom Fußball verabschiedet und ganz dem Handball gewidmet. Welche Gründe gab es dafür?

Die Doppelbelastung hat sich bemerkbar gemacht und die Verletzungen. Somit musste ich mich für eine Sportart entscheiden. Der Reiz beim Handball war einfach größer. Wenn du einen Ball spektakulär gehalten hast und dich die Halle lautstark angefeuert hat, das war einfach genial.

Mit gerade einmal 33 Jahren haben Sie nun die Schuhe an den Nagel gehangen. Wie kam es dazu und wie geht es jetzt weiter? Bleiben Sie einem Verein dennoch treu?

Mit der letzten Verletzung und der Diagnose vom Arzt war mir klar, dass es das Ende mit meiner sportlichen Laufbahn ist. Das Risiko einer neuen Verletzung ist einfach zu groß. Dem Handball und somit dem Verein bleibe ich zu 100 Prozent erhalten. Ich unterstütze unsere Trainerin Heike Schuster als Co-Trainer. Zudem bin ich im Vorstand als Männerwart tätig und habe Anfang des Jahres einen Trainerschein gemacht. Mal sehen, was die Zeit noch so bringt. Beim Handball habe ich eine Gemeinschaft, mit der ich gern zusammen bin. Zum Abschluss möchte ich noch mal betonen: Ich wünsche allen Mannschaften bei denen ich war, weiterhin viel Erfolg. Bleibt alle schön gesund und habt noch viel Spaß beim Sport.

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